Obwohl wir uns vorgenommen hatten, die Stadt unvoreingenommen zu erkunden, konnte Miami uns am Ende doch nicht wirklich überzeugen.
Die Architektur der viel gelobten Art Deco Häuser riss mich nur begrenzt in ihren Bann. Der berühmte Miami Beach wurde wohl mit gröberem Sand aufgeschüttet, da sich der feine helle Quarzsand zu stark ins Meer abträgt. Der Ocean Drive hinterließ insofern einen bitteren Nachgeschmack, als dass wir Freitag mittags für zwei Sandwiches und zwei Getränke 50 Dollar hinblättern mussten.
Was die Stadt jedoch sympatisch macht ist der 90er Jahre Flair. Z.B. sieht man viele Leute mit Inlinern und auch bauchfrei ist hier noch total angesagt.
Am Samstag abend machten wir also nochmal einen Spaziergang, um vielleicht ein paar gute Fotos der beleuchteten Art Deco Häuser am Ocean Drive zu schiessen. Der stellte sich an einem Samstagabend als sehr quirlig heraus. In einer der vollen Bars konnte man die Tabledancerinnen von draußen sehen. Auch die Schwulenbar “Palace” war extrem voll. Die Leute waren in Feierlaune und die stolzen Autobesitzer präsentierten ihre extravaganten Karren: Von Lamborghini bis Hummer war alles zu sehen. Die Fußgängermeile in der Lincoln Road hatte auch einiges zu bieten. Unter anderem einen Mac Laden, mein Vater spielte mit dem Gedanken sich einen I-Pod Touch zu kaufen. Im Store spielte live eine Sängerin namens Lizette Santana, die Musik gefiel uns trotz der immensen Lautstärke sehr gut.Außerdem gab es dutzende von Restaurants, etwas nervig daran war, dass das Personal davor stand und einem immerwieder das Menü andrehen wollte.
Das Publikum Miamis ist insgesamt sehr durchmischt. Die älteren Touristen sind relativ banal gekleidet, aber scheinbar recht gut betucht, da man sie in den teuren Restaurants sitzen sieht. Die jugendlichen (meist männlichen) Touristen sind offensichtlich aufs Feiern aus. Die Bewohner setzen sich aus Schwulen; jungen, oft sehr elegant gekleideten Mädchen in Highheels; Fans künstlicher Chirurgie; Gangstern mit Goldkettchen und extrem vielen tattowierten, wie z.B. durchtrainierten Muscleshirtträgern und Surfern, zusammen.
Meinen Vater und mich erschreckte jedoch, dass die Fußgängermeile gesäumt war von teuren Restaurants sich aber gleichzeitig dort auch extrem viele Obdachlose aufhielten, die teilweise erschreckend heruntergekommen waren.
Morgen geht es dann zurück nach Berlin.
Ich werde von dort dann einen letzten Beitrag posten, sozusagen ein Fazit abgeben.
Ich hoffe, der Blog hat euch soweit gefallen!
Auch das ist Miami: Platzregen

Villa Casuarina: hier wurde Versace erschossen

Ocean Drive
Durchaus realistisch
pompöser Schmuckladen











Ich bin gerade etwas schockiert, dass die Schaufensterpuppe an die Ausmaße plastischer Chirurgie angepasst wurde. *schluck*